Gotik zum greifen nah

Mrz 1, 2011 von Architekt

Gotik zum greifen nah

In der Kathedrale von Saint-Denis befinden sich heute viele verschiedene Gräber von einstigen Königen und Königinnen. Auch das Grab von Marie Antoinette und ihres Gatten ist in der Kathedrale in Paris zu finden. Marie Antoinette gilt als Königin des Rokokos, einer Epoche im 16., 17. und 18. Jahrhundert.

Die Wiege der Gotik

Die Kathedrale von Saint-Denis wurde schon viel, viel früher erbaut. Sie gilt als Wiege der Gotik. In der französischen Revolution um 1793 wurde sie jedoch schwer beschädigt. Vor allem die Fenster der Kirche wurden weitestgehend zerstört. Erst nach und nach wurde die Kathedrale wieder aufgebaut. Die Kathedrale steht in Saint Denis einem Vorort von Paris. Zu damaliger Zeit war Saint Denis jedoch ein eigenständiger Ort. Mit der Grundsteinlegung der Kathedrale am 9. Juni 1137 erfolgte zugleich die Grundsteinlegung der Gotik. Die Epoche der Gotik begann also um 1137 in Frankreich, endete jedoch erst um 1500. Der gotische Stil wurde erst nach und nach von einzelnen Ländern übernommen. In Deutschland beispielsweise begann der gotische Stil erst ein Jahr später als in Frankreich.

Eigenschaften der Gotik

Vor allem in der Architektur lässt sich der gotische Stil erkennen. Hervorzuheben sind die Spitzbögen, viele Fenster und auch die Betonung der Vertikalen. Die Gebäude waren also eher schlank, dafür aber sehr hoch. In der Gotik erkannte man die Wirkung des Lichtes. Alles war hell durchflutet, dank der vielen Fenster. Auch in der Kathedrale von Saint-Denis wurden viele Fenster eingebaut, im Gegenzug verzichtet man auf Mauern. Gotische Bauwerke erscheinen also im ersten Augenblick sehr hell und keinesfalls duster. Auch die so genannten Spitzbögen sind häufig zu finden. Alle Bögen verliefen nicht rund, sondern nach oben hin spitz zulaufend. Gerade im Gewölbe lässt sich dieser Baustil gut erkennen. In Deutschland entdeckte man die Gotik erst einige Zeit später. Nur langsam schritt sie voran. Als erstes Bauwerk des gotischen Stils in Deutschland gilt der Magdeburger Dom. Die Grundsteinlegung erfolgte um 1209, abgeschlossen wurde der Bau jedoch erst um 1520. Auch hier sind typische gotische Baustile zu erkennen.

Gotische Gebäude zum greifen nah

Natürlich finden wir in Deutschland noch viele weitere Bauwerke des gotischen Stils. Dazu gehören beispielsweise der Kölner Dom, sowie der Ulmer und Freiburger Münster. Überhaupt ist Deutschland reich an prunkvollen Bauwerken der Gotik, deshalb hielt man den gotischen Stil auch lange für einen typischen deutschen Stil. In ganz Europa wurden Bauwerke im gotischen Stil errichtet. Nicht nur in Frankreich oder Deutschland, sondern auch in Rumänien, in Österreich, der Schweiz, England und auch in Skandinavien. Hauptsächlich die Architektur wurde von dieser Epoche geprägt, jedoch auch Malereien, Skulpturen und andere Werke. Hier lässt sich der gotische Stil jedoch nicht so genau abgrenzen, wie es in der Architektur möglich ist. Typische Stilmerkmale gibt es hier nicht oder nur selten. Die Erbauer oder Meister von typischen gotischen Bauwerken, erkannte man übrigens an deren Steinmetzzeichen. Diese Zeichen wurden an jedem Bauwerk angebracht. Sie stellten sozusagen die Signaturen verschiedener Steinmetze dar. Viele Dombaumeister wurden durch die Errichtung typischer gotischer Bauwerke bekannt. Der Meister der Kathedrale von Saint-Denis war Werkmeister Guerin. Am Kölner Dom waren mehrere Baumeister beteiligt, wie beispielsweise Meister Arnold und Meister Gerhard.

Foto Waldteufel Fotolia

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