Grundstein der Architektur und Kunst: Das Bauhaus

Mrz 4, 2011 von Architekt

Grundstein der Architektur und Kunst: Das Bauhaus

Walter Adolf Georg Gropius, ein deutscher Architekt, eröffnete 1919 in Weimar das Bauhaus. Dabei handelte es sich um eine Kunstschule, die zu damaliger Zeit etwas völlig neues darstellte. Die Art des Bauwerkes und auch deren Konzeption wurden praktisch neu erfunden und auch heute noch gilt das Bauhaus als eines der Grundsteine der heutigen Architektur und Kunst.

Die Kunstschule und Ihre gelehrten

Bis zum Jahr 1933 existierte die Kunstschule, jedoch ist sie innerhalb ihres Bestehens mehrmals umgezogen. So gesehen gibt es in 3 verschiedenen Städten Bauhäuser. Bis zum Jahr 1925 befand sich die Kunstschule in Weimar. Sie entstand aus der Vereinigung der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar und der Kunstgewerbeschule Weimar. Gropius selbst war als Lehrer an der Kunstschule tätig und konnte während seiner Lehrzeit noch viele weitere Künstler gewinnen, die an der Schule unterrichteten. Dazu gehörte beispielsweise Johannes Itten, Josef Albers, Paul Klee und Oskar Schlemmer. Den Schülern wurde ein Unterricht aus Theorie und Praxis angeboten. Die Theorie fand in der Kunstschule statt, die Praxis wurde in entsprechenden Werkstätten ausgeübt. Die Werkstätten wurden von verschiedenen Künstlern und Handwerksmeistern geleitet. Während des Unterrichtes in Weimar wurden mehrere Projekte durchgeführt aus denen verschiedene Bauwerke entstanden, zum Beispiel „Das Sommerhaus“ und das Musterhaus „Am Horn“.

Kunst und Nationalsozialismus

Im Zuge der Weimarer Republik wurde die Kunstschule in Weimar 1925 aufgelöst und zog schließlich nach Dessau. Auch dieses Haus entwarf Walter Adolf Georg Gropius. Viele Einrichtungsgegenstände des Dessauer Bauhauses wurden in den Werkstätten der Kunstschule selbst erbaut. Neuartige Möbel und auch Lampen entstanden. Drei Jahre nach dem Umzug nach Dessau zog sich Gropius zurück und überließ die Leitung der Kunstschule dem Schweizer Architekten Hans Emil Meyer. Er war wiederum zwei Jahre als Direktor tätig, bis er letztendlich aus politischen Gründen entlassen wurde. Sein Nachfolger wurde Ludwig Mies van der Rohe, ebenfalls ein Architekt aus Deutschland. Die Kunstschule konnte sich jedoch nicht dem politischen Wirrwarr entziehen. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei gewann bei den Gemeinderatswahlen in Dessau eine Großzahl der Sitze und verlangte schließlich den Abriss der Kunstschule. Der Abriss konnte jedoch verhindert werden und so wurde die Schule 1932 nach Berlin verlegt. Durch den Druck der NSDAP musste die Kunstschule jedoch 1933 endgültig aufgeben und schließen. Das Bauhaus in Weimar existiert heute noch als Bauhaus-Universität, jedoch an anderer Stelle als zu Zeiten von Gropius. Rund 4.000 Studenten studieren heute an der Kunstschule.

Der zerstörerische Krieg

Die Kunstschule in Dessau wurde in Folge des Krieges um 1945 zum Teil zerstört bzw. brannte aus. In den folgenden Jahren wurde die Kunstschule aufwendig rekonstruiert und wieder aufgebaut und existiert heute noch an gleicher Stelle. Seit 1996 gehört das Bauhaus in Dessau zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Gebäude der Kunstschule in Berlin wurde vollständig zerstört und schließlich abgerissen. Heute befindet sich an gleicher Stelle ein anderes Gebäude. Eine Gedenktafel erinnert jedoch noch an das Bauhaus Berlin. Walter Gropius verstarb im Alter von 86 Jahren 1969 in Boston. Bis zu seinem Tod war er weiterhin als Architekt tätig und errichtete vor allem in Berlin viele Gebäude. Er gilt heute als Mitbegründer der modernen Architektur.

Foto I-pics Fotolia

Mehr News:

Verwandte Artikel

Share

Einen Kommentar schreiben